familie&Co 13/2019

Heute bin ich mal...

... eine Ärztin, ein Pirat, meine eigene Mama! Durch Rollen­spiele erobern Kinder sich die Welt der Großen - und lernen fürs Leben

Neulich, als mein achtjähriger Neffe Fabian zu Besuch war, lautete jeden Morgen die Frage: Mit wem würde ich beim Frühstück sitzen? Mit Fabian selbst nicht, so viel war klar. Aber mit wem dann? Einem Rockstar mit wimmernder Gitarre? Dem Profi Kicker von Lieblings­verein Werder Bremen? Wieder dem Musketier, der Brötchen vorm Schmieren aufspießen muss, oder gar dem Formel 1-Fahrer, der Löffel nur mit lauten Motorge­räuschen bewegen kann?
Alle Kinder sind Schauspieler, sie probieren ständig neue Rollen aus", sagt Peter Thiesen, Sozial­pädagoge und Autor zahlreicher Kinder Theater­bücher. Das fängt an, wenn sie morgens auf wachen und gleich den Tisch mit einer Decke zur Höhle machen." Aber erst wenn Kinder begreifen, dass sie eigenständige Wesen sind und den Unterschied zwischen "ich" und "du" erkennen, also etwa mit zweieinhalb, drei Jahren, können sie in andere Personen hinein­schlüpfen und sich mit ihnen identi­fi­zieren.

Wenn sich meine Tochter Ida  in ihre Mutter oder in ihren besten Freund verwandelt, kann sie die Welt aus einer völlig anderen Perspektive sehen. Mit wichtiger Miene und einem "Ich bin jetzt wohl die Mama" verschwindet Ida seit neuesten an meinen Schreibtisch. ,,Nicht stören, ich denke!", heißt es dann, während sie auf meiner Computer­tastatur klappert. Als ihr Freund Paul hantiert Ida geschäftig mit Werkzeug herum und unterhält sich nur in Grunzlauten. Paul, ebenfalls zweieinhalb, hat es noch nicht so mit dem Sprechen. „Ganz schwer ohne reden", bilanziert meine Plauder­tasche später, wenn  sie wieder Ida ist.
Solche Rollen­spiele sind die beste Voraus­setzung, um zu lernen, sich in andere Menschen einzufühlen. Hier wird im wahrsten Sinne geprobt, wie es ist, in einer anderen Haut zu stecken", sagt die Diplom-Psychologin Dr. Angelika Faas. Auch Theater­spiele in der Grundschule sind ein Extrakurs in Sachen Einfühlung: Indem zum Beispiel die Rolle des gestressten Lehrers oder eines gehänselten Außenseiters übernehmen, denken Kinder darüber nach, wie sich dieser Mensch wohl fühlt.

Kleider machen Leute

Diese Theate­ru­ten­silien sollten Sie für kindliche Rollen­spiele im Haus haben

  • Verkleidungskiste: Klar, auch Kostüme aus dem Laden gehören in eine Theaterkiste. Dazu kommen Papas alte weiße Hemden als prima Arztkittel, ein buntes Tuch gibt den Pflock für die Tänzerin und mit einem Stirnband und zwei großen Socken lassen sich schön Schlappohren zaubern.
  • Kinderschminke: Richtig gute Farben Pinsel, Schwämmchen und Glimmer gibt es nur im Fachgeschaft. Am besten (und am wenigsten allergieauslösend ist wasserlösliche Schminke. Ebenfalls wichtig: Nur Glimmer aus Polyester nehmen, der ist ungiftig.
  • Bastelutensilien: Kartons, Knöpfe, Woll- und Stoffreste, Klopapierollen, Zeitungspapier, Korken - aus allen lassen sich mit Lelm und Bindfaden Requisiten oder gar Handpuppen zaubern.

Weitere Tipps wie sie Ihr Kind bei Rollen­spielen unterstützen können, finden Sie in der Ausgabe der familie&Co 13/2019.

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