Sie sind jetzt als Eltern schon fast "alte Hasen". Die erste Unsicherheit hat sich gelegt, das Wickeln klappt mit links und Sie kennen Ihr Baby schon sehr gut. Auch Ihr Kind hat schon vieles hinzu gelernt: Es kann jetzt ganz kurz lächeln und versucht vielleicht sogar schon, Ihren Gesichtsausdruck nachzumachen, zum Beispiel die Zunge herauszustrecken, wenn Sie dies tun. Seine Welt gliedert sich allmählich in Bewegtes und Unbewegtes, Menschen und Dinge. Seine Aufmerksamkeit kann sich schon einige Zeit auf eine Sache konzentrieren: Das Geräusch einer Rassel, wackelnde Glöckchen an einer Schnur. Es folgt interessanten Dingen mit dem Kopf und dreht ihn in die entsprechende Richtung. Sprechen und spielen Sie mit dem Baby, wenn es eine solche Aufmerksamkeitsphase hat. Nach einigen Minuten jedoch, wenn sein Blick abwesend oder sein Verhalten quengelig wird, zeigt es, dass es für dieses Mal genug hat. Lassen Sie es dann auf jeden Fall in Ruhe und geben Sie ihm Gelegenheit, sich ein wenig auszuruhen und das Gesehene und das Spiel zu verarbeiten.
Die orale Phase
Das Baby kann inzwischen auch seinen Kopf drehen, wenn es ein Geräusch hört. Oft wandert jetzt auch die eigene Hand des Säuglings in den Mund, es beginnt die so genannte orale Phase: Die Welt wird besonders gern mit dem Mund wahrgenommen. Dort liegen nämlich beim Baby die meisten Sinneszellen, viel mehr als in den Fingern. Darum sollte man ein Kind nicht daran hindern, Dinge (die ungefährlich sind) in den Mund zu stecken. Und auch wenn Ihr Baby am Daumen lutschen möchte, lassen Sie es ruhig, helfen Sie ihm sogar. Denn Nuckeln beruhigt, der Schnuller ist nur die zweitbeste Lösung. Schließlich ist der Daumen immer greifbar, der herausgerutschte Schnuller muss - leider auch nachts - von den treusorgenden Eltern andauernd wieder angereicht werden. Kieferorthopäden und Zahnärzte wissen übrigens längst: Das Daumenlutschen verursacht keineswegs notgedrungen Verformungen des Kiefers, sondern nur bei extrem häufigem Lutschen.
