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Entwicklung des Babys

Neun Monat alt 
Vielleicht ist Ihr Kind inzwischen schon ein versierter Hochgeschwindigkeits-Krabbler, ebensogut kann es sein und ist auch ganz normal, dass es gerade erst robben oder krabbeln lernt. Falls es schon seit einer Weile krabbelt, zieht es sich nun sicher gekonnt an Möbeln hoch, hangelt sich vielleicht sogar schon an ihnen entlang. Es beginnt, Lob und Tadel zu verstehen und versucht, Gesten nachzuahmen. Ihr Kind wird - wenn das noch möglich ist - jetzt noch unternehmungslustiger und neugieriger. Obwohl es ein Verbot selten beachtet, ist es doch wichtig, ihm Grenzen zu setzen. Grenzen, die nicht zu eng gefasst sind, schränken ein Kind nicht ein, sondern geben ihm Halt und einen Rahmen, um sich in seiner Welt zurechtzufinden. Ein "Nein" sollte also ein "Nein" bleiben - zugleich darf es aber nur wenige Neins geben, sonst rebelliert die freiheitsliebende und überforderte Kinderseele - und das zu Recht. Ihr Kind ist übrigens bei aller Unternehmungslust durchaus zur Zusammenarbeit mit Ihnen bereit. Mit der Zeit lernt es, was es nicht darf, was vielleicht sogar gefährlich ist, aber das braucht Geduld. Ein Kind muss nicht aufs Wort gehorchen lernen, auch wenn diese Vorstellung in den Köpfen mancher Eltern noch herumspukt.

Erklärungen sind wichtig

Bei Gefahrenquellen ist es sinnvoll, dem Kind zu demonstrieren, warum es etwas nicht anfassen darf, statt einfach nur rigoros zu verbieten. So kann man mit der Hand des Kindes in die Nähe der heißen Backofentür gehen, so dass es die Hitze schon spürt, ohne sich zu verbrennen. Dabei sagt man "Nein, heiß!" Kinder verstehen sinnliche Erfahrungen viel besser, als bloße Verbote. Auch, dass man sich an spitzen Gegenständen pieksen oder sich die Finger in einer Schublade oder Schranktür einklemmen kann, kann man dem kleinen Eroberer auf diese Weise vorsichtig zeigen. Wenn Sie dabei sind, können Sie auch Messer und Scheren auf diese Weise ertasten lassen, sie müssen natürlich normalerweise außer Reichweit des Kindes sein. Der "Klaps", zu dem viele Eltern bei Verboten oft greifen, muss also nicht sein. Im Gegenteil, das Kind fühlt sich gedemütigt und traut sich vielleicht bald gar nicht mehr, seine Umwelt im wahrsten Wortsinn zu be-greifen. Falls Sie sich jedoch trotzdem so genervt fühlen, dass Ihnen die Hand einmal zum Klaps ausrutscht, belasten Sie sich hinterher nicht mit Schuldgefühlen. Die nützen dem Kind nichts und verunsichern es bloß. Besser ist eine Entschuldigung. Auch, wenn Ihr Kind die Worte noch nicht versteht, hört es trotzdem ganz genau, was Sie meinen. Solange ein Klaps die absolute Ausnahme bleibt, ist er ein Betriebsunfall - nicht mehr aber auch nicht weniger.

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