Ihr Nachwuchs will jetzt vielleicht schon ziemlich "groß" sein und kann nicht nur Keks- oder Brotbrocken selbst greifen und essen, es möchte vielleicht schon aus der - selbst gehaltenen - Tasse trinken. Manche Kinder fangen schon jetzt an, sich vermehrt an Stühlen und anderen Gegenständen hochzuziehen. Vielleicht krabbelt Ihr Kind schon recht gut und kann Gegenstände vorsichtig mit Daumen und Zeigefinger greifen. Ebensogut kann es sein, dass Ihr Kind sich nun erstmals ein wenig vom Fleck bewegen kann, zum Beispiel durch Robben. Es freut sich, wenn Sie ihm weggeworfenes Spielzeug immer wieder holen. Es ist jetzt die richtige Zeit, Treppen mit Gittern zu sichern und Bücherregale mit Winkeleisen (aus dem Baumarkt) an der Wand zu verdübeln, denn umfallende Bücherregale, Schränke usw. sind eine tödliche Gefahr für Kinder. Falls Ihr Kind bereits krabbelt, wird es jetzt zunehmend unternehmungslustig und entfernt sich beim Krabbeln schon von Ihnen - jedoch nur, um nach kurzer Zeit wieder zurück zu kommen. Es ist übrigens sehr unterschiedlich, in welchem Tempo Babys sich entwickeln. Und: Es hat nichts mit Intelligenz zu tun, wenn das eine weiter ist als das andere. Es hat
keineAuswirkungen auf die spätere Entwicklung, ob ein Kind früher krabbelt und läuft, oder später. In unserer oft gnadenlosen Leistungsgesellschaft und im Zeitalter der Diskussion um
hochbegabte Kinder neigen die meisten Eltern dazu, ihr Kind andauernd mit Gleichaltrigen zu
vergleichen um eventuelle Verzögerungen oder besondere Leistungen zu entdecken. Das ist überflüssig. Ihr Kind ist genau richtig so, wie es ist. Solange bei den Vorsorgeuntersuchungen nichts Auffälliges festgestellt wird, besteht kein Anlass zu Beunruhigung auf der einen, und auch nicht zu übertriebenem Stolz auf der anderen Seite. Ob aus Ihrem Nachwuchs eines Tages ein berühmter Atomphysiker wird, hat nichts damit zu tun, wann er zu krabbeln begann!
Erklärungen sind wichtig
Ihr Baby löst sich schon jetzt zunehmend von Ihnen ab. Das wird nicht nur beim Krabbeln und Erkunden der Umgebung deutlich. Es entwickelt einen ausgeprägten eigenen Willen, der respektiert werden sollte. Wenn Sie also Ihr Kind gerade knuddeln möchten, und es den Kopf wegdreht, akzeptieren Sie das, ohne gekränkt zu sein. Wenn es konzentriert spielt, stören Sie es nicht. Möchten Sie zum Beispiel Einkaufen gehen, heben Sie es nicht einfach vom Spielen hoch und reißen Sie es aus seinen Gedanken. Gehen Sie zu ihm und bewundern Sie ein wenig sein Spiel. Erklären Sie ihm dann, dass Sie beide jetzt aufbrechen müssen und geben Sie ihm ein wenig Zeit, sich darauf einzustellen. Sie selbst fänden es sicher auch extrem unhöflich und unangenehm, wenn Sie beim Lesen eines spannenden Buchs plötzlich am Arm gepackt und weggezerrt würden.